Rezension | “Thalamus” von Ursula Poznanski

Eine abgelegene Rehaklinik ist Schauplatz des Med-Thrillers von Bestseller-Autorin Ursula Poznanski. Diesmal denkt die ehemalige Medizinjournalistin Chancen und Gefahren der modernen Hirnforschung konsequent weiter und trifft wieder einmal einen Nerv – buchstäblich!

Ein schwerer Motorradunfall katapultiert den siebzehnjährigen Timo aus seinem normalen Leben und fesselt ihn für Monate ans Krankenbett. Auf dem Markwaldhof, einem Rehabilitationszentrum, soll er sich von seinen Knochenbrüchen und dem Schädelhirntrauma erholen. Aber schnell stellt Timo fest, dass sich merkwürdige Dinge im Haus abspielen: Der Junge, mit dem er sich das Zimmer teilt, gilt als Wachkomapatient und hoffnungsloser Fall, doch nachts läuft er herum, spricht – und droht Timo damit, ihn zu töten, falls er anderen davon erzählt.

Eine Sorge, die unbegründet ist, denn Timos Sprachzentrum ist schwer beeinträchtigt, seine Feinmotorik erlaubt ihm noch nicht niederzuschreiben, was er erlebt. Und allmählich entdeckt er an sich selbst Fähigkeiten, die neu sind. Er kann Dinge, die er nicht können dürfte. Weiß von Sachen, die er nicht wissen sollte … 

Text und Cover vom Verlag

Nachdem ich “Erebos” im letzten Jahr sehr genossen habe, wollte ich mehr von ihr lesen und habe mir Thalamus ausgeliehen. Ich war sehr gespannt auf dieses Buch und habe mir viel erhofft. Etwas zu viel, wie ich feststellen musste.

Ich habe auf einen spannenden Thriller gehofft und Spannung war gerade das Problem, es gab zunächst keine Spannung. Natürlich muss die Handlung sich erst aufbauen und irgendwas muss passieren, damit es überhaupt Spannung geben kann. Aber 3/4 des Buches war ich eher verwirrt und gelangweilt, als gefesselt von der Handlung. Ich habe über 100 Seiten hinweg überlegt, dieses Buch abzubrechen, aber ich wollte doch irgendwie wissen worum es nun geht. Das Buch ist etwas über 440 Seiten lang und meiner Meinung nach, hätten 100 Seiten weniger auch gereicht. Timos Krankenhausalltag war irgendwann nicht mehr interessant und meine Geduld wurde auch nicht gerade größer.

Jetzt die große Frage: wurde es denn noch mal so richtig spannend? Ja und nein. Ja, es wurde spannend und die Handlung hat sich schneller entwickelt und auf einmal ist alles passiert. Aber ich hatte nie das Gefühl ich könnte das Buch nicht aus der Hand legen, ich habe tatsächlich die letzten 30 Seiten, erst einen Tag später gelesen, weil ich etwas müde war. Und ich war gerade mitten drin, während sich alles aufgeklärt hat, und ich hatte trotzdem nicht den Drang zu erfahren wie alles ausgeht.

Nur positives kann ich über den Schreibstil sagen. Es ist einfach ihre Bücher zu lesen, auch wenn einen die Handlung gerade nicht mitreißt. Auch wenn sich das Buch aufgrund der Handlung ewig gezogen hat, hat der Schreibstil dafür gesorgt, dass ich die Seiten schnell lese. Das klingt ziemlich widersprüchlich, aber ich hoffe ihr versteht was ich damit sagen will.

Die Thematik, die im Buch behandelt wurde, hat mich sehr interessiert und mich hätte es nicht gestört weiter ins Detail zu gehen. Ich will jetzt nicht verraten um was es geht, weil das (leider) erst ziemlich spät im Buch herauskommt. Wenn das ganze eher herausgekommen wäre, hätte man die ethischen und technischen Probleme weiter thematisieren können, was ich sehr interessant gefunden hätte.

Mein Fazit

Auch wenn ich rückblickend sagen kann, dass mich die Handlung interessiert, so ist mir das beim Lesen nicht unbedingt klar gewesen. Es wurde an den falschen stellen abgekürzt und die für mich uninteressanten Stellen unnötig lang gezogen. Dennoch war das Buch nicht nur schlecht, es hatte seine interessanten Phasen und durch den Schreibstil ist auch schon viel gewonnen. Man sollte einfach nicht mit zu hohen Erwartungen an das Buch herangehen.

Meine Bewertung: 3 von 5 Büchern

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