“Das neunte Haus” von Leigh Bardugo – Warum es mir nicht gefallen hat

Ich war wirklich gehypt für das neunte Haus, wirklich gehypt. Ich habe schon in den Staaten verfolgt, wie das Buch so ankommt. Aber als ich es dann tatsächlich gelesen habe, war ich geschockt. Und das nicht im positiven Sinne.

Aber erstmal zum Inhalt. “Das neunte Haus” ist ein Fantasy-Thriller für den erwachsenen Leser, bzw. den abgehärteten Leser. Ich spreche hier von Mord, Totschlag und Vergewaltigung. Du kommst mit den Themen klar? Gut, dann überleg noch mal, denn die Opfer sind zwischen 12 und 20 Jahren alt. Immer noch kein Problem? Dann kann es ja weiter gehen. Es geht um Alex, sie kann Geister sehen. Und genau diese Gabe bringt sie nach Yale, genauer gesagt in eine Studentenverbindung in Yale, Lethe. Lethe ist das neunte Haus und es gibt noch acht weitere Studentenverbindungen, die magisch sind. Aber nicht “Hogwarts/es gibt ganz viel zu essen/ich flieg auf meinem Besen”-magisch, sondern eher “ich führe blutrünstige Rituale aus”-magisch. Lethe beaufsichtigt das ganze. Als dann eine Mädchen umgebracht wird, beginnt Alex zu ermitteln.

Es ist einfach so schwierig in dieses Buch rein zu finden. Für 150 -200 Seiten versteht man überhaupt nicht was passiert. Erst sobald du die 200 Seiten geschafft hast, fügen sich so die einzelnen Handlungsstränge zusammen. Ich hatte große Probleme der Handlung zu folgen, die Zeitsprünge einzuordnen und ganz besonders die Welt kennen zu lernen. Es wird kaum etwas erklärt, wie funktioniert die Magie, was hat es mit den Grauen auf sich? Selbst als ich das Buch beendet habe, habe ich noch Fragen. Das heißt, ich erwarte viel von Band 2. Ja, es gibt einen zweiten Band wie ich vorhin erfahren habe. Aber als ich dann ab 350 oder so fast alles verstanden habe, jedenfalls genug um der Handlung zu folgen, hat es Spaß gemacht.

Kaum jemand besucht die Kurse. Dieses Buch spielt an einer Elite-Uni, man kommt nicht einfach so nach Yale und viel wichtiger, man bleibt nicht einfach so in Yale. Wie sie rein gekommen ist verstehe ich, sie hat eine Gabe, die ihre Verbindung haben wollte, also hat sie irgendwie einen Platz bekommen, aber sie war vielleicht zwei Mal in den Kursen, die sie besucht. Mädel, dir wird ein kostenloser Besuch in Yale angeboten, setz dich hin und lern was! Mach deinen Abschluss und mach was aus deinem Leben!

Ein Teenager auf sich allein gestellt. Sie muss natürlich ganz alleine einen Mord auflösen. Die Polizei ist nicht in der Lage, da sie die ganzen magischen Verbindungen nicht kennt, aber was ist mit den anderen Ehemaligen aus Lethe? Alle 3 Jahre gibt es ein neues Mitglied, irgendjemand wird da wohl Zeit haben sie zu unterstützen. Der wohl sympatischste in diesem Buch, ist natürlich verschwunden und vermutlich der einzige der ihr helfen könnte. Und das ist ein Verlust, den ich wollte mehr über ihn lesen, aber im nächsten Band sollte er öfter auftauchen.

Das Magiesystem wird nicht erklärt! Okay, das deckt sich mit dem ersten Punkt, aber ich möchte noch mal anmerken, dass ich immer noch keine Ahnung habe was da eigentlich abgeht. Ich weiß genug um der Handlung folgen zu können, aber ich habe keinen Schimmer wie die Welt funktioniert. Und das ist Schade, denn das was in diesem Buch beschrieben wird, klingt total interessant, davon möchte man einfach mehr lesen und erfahren.

Das Ende macht die Schwierigkeiten nicht wett, ich habe mich so abgemüht mit der ersten Hälfte des Buches, dass ich echt Hoffnung für das Ende hatte. Aber ich habe keinen Plottwist kommen sehen und war nicht weit genug in der Welt drin um zu verstehen, was dieser Plottwist den jetzt bedeutet für das gesamte Buch. Aber Die abschließende Frage ist vielleicht noch, warum ich das Buch nicht einfach aufgeben habe. Nun ja zum einen wollte ich wissen, ob es dieses Buch wert ist und es ist nun mal von Leigh Bardugo und sie schreibt ja eigentlich ziemlich gute Bücher. Aber mit diesem konnte sie mich nicht überzeugen. Ich werde vermutlich den zweiten Band trotzdem lesen, denn jetzt habe ich schon so viel Zeit investiert um es zur Hälfte zu verstehen, da will ich auch wissen, wie es weiter geht.

Es gibt sehr viele Menschen, die das Buch geliebt haben, gerade weil es so aufgebaut ist. Ich nicht, aber vielleicht liebst du es. Vielleicht ist das genau dein Genre. Es gab durchaus auch Szenen, die ich spannend und mitreisend fand, aber die Verwirrung überlagerte dann doch alles. Ich bin einfach nur froh, dass ich dieses Buch aus der Bibliothek ausgeliehen habe und nicht selbst gekauft habe.

Wie sieht es bei euch aus? Wollt ihr “das neunte Haus” noch lesen?

One Reply to ““Das neunte Haus” von Leigh Bardugo – Warum es mir nicht gefallen hat”

  1. Hey Rika,

    ich habe mir jetzt schon einige Rezensione zu dem Buch durchgelesen und viele fanden es, ich sage mal, verzwickt bzw. kompliziert im Aufbau. Ich bin selten der Urban Fantasy-Leser und wenn darf es nicht zu hart sein, das schreckt mich an dieser Geschichte ab, obwohl ich Leigh Bardugos Stil zu schätzen weiß.
    Danke für die ehrlichen Worte.

    Liebe Grüße
    Tina

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