Rezension zu “Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen” von Ava Reed

Der Abschluss. So viele Dinge, die zu tun sind.
Und danach? Ein Studium? Eine Ausbildung? Reisen?
Leni ist ein normales und glückliches Mädchen voller Träume. Bis ein Moment alles verändert und etwas in ihr aus dem Gleichgewicht gerät. Es beginnt mit zu vielen Gedanken und wächst zu Übelkeit, Panikattacken, Angst vor der Angst. All das ist plötzlich da und führt zu einer Diagnose, die Leni zu zerbrechen droht. Sie weiß, sie muss Hilfe annehmen, aber sie verliert Tag um Tag mehr Hoffnung. Nichts scheint zu funktionieren, keine Therapie, keine Medikation. Bis sie Matti trifft, der ein ganz anderes Päckchen zu tragen hat, und ihn auf eine Reise begleitet, die sie nie antreten wollte …

Text und Cover vom Ueberreuter Verlag

Dieses Buch ist ein sehr persönliches von Ava Reed, auch mir hat es persönlich sehr viel bedeutet. Einfach weil ich mich darin so schnell wiedergefunden haben. Leni kämpft in diesem Buch mit Depressionen. Auch ich kämpfe mit Depressionen. Deshalb war ich sehr gespannt auf dieses Buch und habe viel erwartet, aber hatte auch Angst, dass es total daneben geht.

Aber kommen wir erst einmal zum Inhalt. Leni ist in ihrem Abschlussjahr, ihre Zukunft ist zum greifen nah, doch wie geht man mit dem Druck rund um Zukunftsplanung, gutes Abitur um? Wie schafft man es bei all den offenen Fragen antworten zu finden? Leni weiß es nicht. Es wird ihr alles zu viel. Doch irgendwie muss sie es doch schaffen, alles anderen schaffen es doch auch. Irgendwann bricht bei ihr die Panik aus, es geht einfach nicht mehr. Doch wie kann ihr geholfen werden? Wie kann sie wieder “ganz” werden?

Dieses Buch hat mich gerade auf den ersten 120 Seiten sehr berührt. Es hat mich einfach so sehr an meine letzten Jahre erinnert. Es sind Tränen geflossen und das nicht gerade wenig. Ich wollte Leni manchmal einfach nur in den Arm nehmen und ihr sagen, dass sie es schaffen wird. Es hat sich einfach alles so echt angefühlt.

Der Rest des Buches ist auch nicht schlecht. Ach was sage ich da, er ist wunderbar. Hier bitte einmal dramatisch und sehnsuchtsvoll seufzen. Ava Reed hat in ihrem Vorwort angekündigt, dass ihre Bücher “immer von Hoffnung und Mut geprägt sind” und deshalb ist es meiner Meinung nach auch kein Spoiler, wenn ich sage, dass dieses Buch da keine Ausnahme macht. Und gerade der Übergang von dem niederdrückende zu dem leichten, hoffnungsvollen hat sie so gut hinkommen, dass ich es hinterher gemerkt habe, wie sich das ganze gedreht hat.

Und zur großen Frage, wie sind die Depressionen dargestellt, will ich auch noch was sagen. Ich wurde, wie gesagt sehr an meine eigene Reise erinnert. Besonders da ich noch mittendrin stecke. Sie anfängliche Verleugnung und anderen nicht zur Last fallen wollen, kenne ich nur zu gut und habe ich teilweise genauso bei Leni wieder gefunden. Auch die Klassischen Symptome wie Antriebslosigkeit, Hilflosigkeit und pure Verzweiflung kann ich so bestätigen wie sie im Buch dargestellt sind. Und die Szene beim Hausarzt, war ein Flashback für mich. Keiner will dir glauben und du weißt einfach nicht wie du es in Worte fassen sollst. Die ewigen Wartezeiten kann ich nur bestätigen, ich warte seit fast einem Jahr auf meinen ersten Therapiestunde, was auch zu meinem Teil meine Schuld ist, aber das ist ne andere Geschichte. Was ich so nie erlebt habe ist das nicht das dem Bett kommen. Ich meine klar, ich komme morgen nicht schnell aus dem Bett, aber dass liegt daran, weil ich Müde bin und keinen Bock habe, nicht weil meine Depression mich zurück hält, deshalb kann ich dazu nichts sagen. Aber Ava Reed hat im Nachwort noch einmal erwähnt, dass sie einiges Übertrieben hat und ich könnte mir vorstellen, dass das so ein Punkt ist.

Ich muss auch noch was zu dem Buch an sich sagen, es ist einfach wunderschön! Es hat ein tolles Cover, der Buchrücken und alles was sich innen drin noch so verbirgt. Gerade die Handgeschrieben Tagebuchseiten sind ein Highlight, da sie mit so viel Liebe gestaltet sind man es einfach sieht.

Fazit

Ich kann dieses Buch nur empfehlen und zwar jedem! Okay, jedem der Jugendbücher mag, aber das sollten schon viele von euch sein. Es zeigt einfach so gut wie es jemanden mit Depressionen gehen kann und das sollten vielen bewusst sein, einfach damit mehr Verständnis da ist. Außerdem ist es ein großartiges Buch einer deutschen Autorin. Braucht ihr mehr Gründe? Es sieht auch noch klasse auf Instagram aus.

Meine Bewertung

Das Buch

Autor: Ava Reed

Erscheinungsdatum : 2019

Verlag : uberreuter

ISBN: 978-3-7641-7089-9

Seitenanzahl im Hardcover: 320

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