Leserillen

Eine Frage, die mich seit ein paar Tagen beschäftigt ist ob Bücher zerlesen aussehen sollten. Ich meine, wenn ich ein Buch schon mehrmals gelesen habe, sollte man es dem Buch nicht ansehen? Warum sind so viele Leute, mich eingeschlossen, so vernarrt darauf Bücher zu haben, die wie neu aussehen?

Aber erst einmal vorne weg, wie komme ich gerade jetzt auf diese Idee? Ich habe vor ein paar Tagen eine Szene aus “Das Schicksal ist ein mieser Verräter” noch einmal gelesen, weil sie mir einfach nicht aus dem Kopf wollte. Also habe ich mir das Buch gespannt und ein paar Seiten gelesen. Und dann ist es mir aufgefallen, in diesem Taschenbuch ist nicht eine Leserille! Das hat mich irgendwie Traurig gemacht, denn ich hatte das Buch schon so oft gelesen und man konnte es dem Buch gar nicht ansehen. Wenn irgendjemand mal vor meinem Bücherregal steht, wird er auf ein anderes Buch zeigen und vermuten, dass die mein Lieblingsbuch ist, weil es so zerlesen aussieht und dann muss ich sagen, nein das Buch habe ich vom Flohmarkt, ich habe es nur einmal gelesen. Aber dieses noch nagelneu aussehende Buch habe ich schon so oft gelesen.

Okay, ein bisschen gelogen hier, es sieht nicht aus wie neu. Es kleben ein paar Notizzettel in dem Buch damit ich einige Stellen schnell wieder finde. Generell wird so etwas nicht gerade im Umgang mit Bücher gefördert.

Aber was ist mir Markierungen in Büchern oder wenn man im Deutschunterricht aufs Cover malt, weil man diese Recalmausgabe überhaupt nicht schön findet. Sind diese “Büchersünden” so unverzeihlich wie es scheint? Und was ist es mit Büchern, die man wegschmeißt? Haben Schulbücher aus den siebzigern den gleichen Wert wie ein Roman vom letzten Jahr?

Nehmen wir doch einmal Twilight als Beispiel als die Bücher erschienen sind wollte sie jeder haben, aber nun werden die Bücher verteufelt. Viele wollen ihre Exemplare loswerden, doch kaum jemand möchte diese Bücher lesen oder kaufen. Was tut man dann mit den Büchern? Ich besitze Diese Reihe in Hardcovern komplett und drei Bände im Taschenbuch. Nicht weil ich dieses reihe so sehr liebe sondern, weil ich die Möglichkeit hatte für ein paar Euro die Taschen Bücher gegen Hardcover einzutauschen und somit für ein schöneres Gesamtbild zu sorgen. Doch was tut man jetzt mit den Taschenbüchern? ich möchte sie nicht wegschmeißen, da mir das wie Bücherverbrennung vorkommt, doch es will sie auch keiner haben. Warum kann ich sie dann nicht in den Altpapier tun und mich darüber freuen, dass dieses Buch recycelt wird und nicht unnötig platz in meinem Bücherregal wegnimmt?

Und das markieren in Büchern? Für einige eine Todsünde, vielleicht weil wir in der Schule dazu gezwungen wurden, vielleicht weil wir das Kunstwerk  Buch nicht zerstören wollen. Dabei kann man aus Büchern wieder Kunstwerke machen, wie z.B. die Menschen, die die Seiten so falten können, das Bilder entstehen. Ist das nicht auch eine Kunst? Und warum konnte ich sie zunächst nicht wertschätzen? Nur weil ich dachte, das Bücher zerstört werden? Bücher die wahrscheinlich tausendfach ungelesen in Regalen stehen?

Aber zurück zu meinem Problem mit den nicht vorhandenen Leserillen.

Die ultimative Frage ist eigentlich warum ich das mache. Warum gebe ich mir solche Mühe, das man meinen Büchern nicht ansieht, das ich sie gelesen habe? Ich achte bei Taschenbüchern darauf, dass der Buchrücken sich nicht zu weit knickt, Einer gründe ist das es besser aussieht im Bücherregal. Gerade wenn man sein Bücherregal auf sozial Media teilt. Ich benutze meines Momentan als Hintergrund für Instagram und auch wenn man es meistens nicht sieht, finde ich es besser, wenn als meine Bücher gut aussehen.

Ein anderer Grund wäre, wenn man plant seine Bücher wieder zu verkaufen. Aber ich denke nicht das ich ein Buch verkaufen möchte, an dem ich so hänge. Abgesehen davon lohnt es sich nicht Bücher wieder zu verkaufen, da man kaum Geld für sie bekommt.

Aber ich denke der Hauptgrund ist Instagram, denn ich möchte schöne Bilder von schönen Büchern machen und irgendwie denke ich das dieses nicht möglich ist, wenn Zettel im Buch kleben oder es Leserillen hat. das definitiv eine Einstellung an der ich Arbeiten sollte. Denn diese Dinge zeigen eigentlich nur, das ich mich mit dem Buch beschäftigt habe und macht das nicht alles viel glaubwürdiger, wenn ich Bücher empfehle?

Wie macht ihr das?  Ich werde versuchen mir nicht mehr als zu viel Mühe zu geben ein Buch vor Leserillen zu beschützen. Sollte man die Liebe für ein Buch nicht irgendwie auch erkennen?

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