Rezension – Jodi Picoult – Kleine große Schritte

Kleine grosse Schritte von Jodi Picoult

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Jodi Picoult – bewegend wie nie

Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

(Text vom C.Bertelsmann Verlag)

Wie ihr vielleicht in meinem Post zu den Neuerscheinungen im Oktober gelesen habt, wisst ihr, dass ich dieses Buch gerne lesen wollte. Zu meinem Glück habe ich durch das Bloggerportal das Buch beim C.Bertelsmann Verlag anfragen können und habe es zugeschickt bekommen. Ich freue mich sehr über diese Möglichkeit. Selbstverständlich beeinflusst dies aber nicht meine Meinung über das Buch.

Aufgrund des Themas habe ich das Buch von Anfang an mit “The Hate U Give” verglichen und irgendwie habe ich dann genau das erwartet. Ich hatte ein Buch erwartet, dass nur aus der Sicht der Farbigen erzählt, aber das Buch hat mich überrascht. Nicht nur wurden verschieden Perspektiven benutzt um die Geschichte zu erzählen, die Autorin hat sich Mühe gegeben damit sich viele in der Geschichte wiederfinden, die in diesen Konflikt zwischen schwarz und weiß eingebunden sind.

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Das Buch beginnt mit Ruth Jefferson, einer Hebamme und Säuglingskrankenschwester im Mercy -West Haven Hospital, sie liebt ihren Job und übt diesen schon seit 20 Jahren aus. Bis Brittany Bauer ihr Kind Davis bekommt und Ruth ihnen zugeteilt wird. Brittany und ihr Mann Turk Bauer sind Neonazis und wollen nicht,dass eine Afroamerikanerin ihr Kind behandelt. Auf der Station ist Ruth die einzige Afroamerikanerin. Am nächsten Morgen muss sie Davis kurz beobachten nach einer Behandlung, Davis hört auf zu atmen und Ruth weiß nicht was sie tun soll, dennoch entschließt sie sich ihm zu helfen. Entgegen der Anweisung der Eltern, schnell gibt es Unterstützung von ihren Kollegen, doch Davis schafft es leider nicht. Die Eltern sehen die schuld bei Ruth und nun muss sie sich durch einen Prozess kämpfen mit ihrer Anwältin Kennedy McQuarrie.

Die verschiedenen Perspektiven in diesem Buch sind von Ruth, Turk und Kennedy. Wir tauchen somit in die Welt einer Afroamerikanerin, die gerade ihren Lebensunterhalt verloren hat und täglich mit Rassismus klar kommen muss, einem Neonazi, der in seiner Jugend nie etwas anderes kennengelernt hat als den Hass auf andere, und einer Weißen, die von sich selbst behauptet sie sähe keine Farben, aber dennoch sehr vom Rassismus profitiert.

Das Schöne an den unterschiedlichen Perspektiven ist, dass man die verschiedenen Arten zu Leben kennenlernt und miteinander vergleichen kann. Es wird gezeigt wie Menschen zu Neonazi werden, was man als weiße Person alles übersieht zum Thema Rassismus und was eine schwarze Person alles im Alltag aushalten muss. Es zeigt auch, dass Rassismus nicht angeboren ist, es ist anerzogen.

Die Charaktere hatten alle eine Hintergrundgeschichte und waren gut durchdacht, das Buch hat mir außerdem keine Schuldgefühle hinterlassen, wie “The Hate U Give”, es hat mich zum Nachdenken gebracht, aber in einer guten Art und Weise. Ich habe mich in der Handlung in Kennedy wiedergefunden, einer Frau, die nie im Leben gedacht hätte, dass sie von Rassismus profitiert und passiv unterstützt. Diese Unwissenheit ist genau das Problem und sollte bekämpft werden, aber würden wir das wirklich ernst nehmen. Würden wir einsehen, dass wir andere diskriminieren, weil es in den Medien zum großen Teil nur um Weiße geht? Oder würden wir so tun, als wenn das keine große Sache wäre. Könnten wir verstehen, wo wir Weiße doch nur Profitieren? Ich denke nicht, aber das heißt nicht, dass wir nicht versuchen sollten diese Diskriminierung zu verhindern.

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Fazit

Das Buch hat mir einige Dinge zum Nachdenken gegeben und bin froh, dass ich es gelesen habe, mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen und fand es sehr angenehm dieses Buch zu lesen. Mir hat nicht gefallen an dem Buch, dass es sich zwischendurch sehr gezogen hat, ich hätte gern auch einige Passagen verzichtet, da es irgendwann einfach zu langweilig wurde. Insgesamt habe ich es aber gerne gelesen. Persönlich habe ich auch etwas gelernt,was mich sehr schockiert hat:

Ich bin Rika, ich bin weiß, ich profitiere von Rassismus.

Meine Bewertung

4 Bücher Rosa

 

 

 

 

 

Das Buch

Autor: Jodi Picoult

Übersetzer: Elfriede Peschel

Originalsprache: Englisch

Erstveröffentlichung. 2017

Seitenanzahl im Hardcover: 577

Das Cover und Autoren Bild sind Eigentum des Verlags.

3 Gedanken zu „Rezension – Jodi Picoult – Kleine große Schritte

  1. Huhu Rika,

    eine sehr gut geschriebene Rezension! Das Buch möchte ich auf jeden Fall noch lesen.

    Ich habe deinen Blog eben erst über die Topliste entdeckt und habe mich im ersten Moment ein wenig erschrocken! Warum? Weil ich dachte: oje, hoffentlich denkt Rika nicht, ich hätte ihr Design geklaut, wenn sie meinen Blog sieht!

    Ich war bisher mit meinem Blog bei Blogspot, bin gerade erst zu WordPress umgezogen (bzw bin noch im Umzug begriffen) und dachte: dieses Mal nehme ich ein richtig schlichtes, elegantes weißes Layout. (Mein altes erscheint mir inzwischen ziemlich überfrachtet.) Und ich will Bücher im Logo!

    Wir hatten eine sehr ähnliche Idee, was das Logo betrifft, und unsere Layouts ähneln sich vom Stil her auch (ich benutze „Blog Inn“, stark angepasst):
    https://wordpress.mikkaliest.de/

    Ich bin froh, dass ich mich wenigstens für eine andere Schriftart entschieden habe! Ich hatte nämlich darüber nachgedacht, die zu nehmen, die du hier benutzt… Allerdings sind sich unsere Schriftarten dennoch ziemlich ähnlich.

    Ich hoffe, du glaubst mir, dass dein Blog keineswegs die Vorlage für meinen war, es ist wirklich totaler Zufall. 😦

    Liebe Grüße,
    Mikka

    1. Hallo Mikka,
      ich glaube dir da, keine Sorge. Eigentlich beweist das doch nur, dass wir beide sehr guten Geschmack haben!😉😊
      Es freut mich auch das dir meine Rezension gefällt.
      Ich gehe gleich erstmal ein bisschen auf deinem Blog stöbern, nach meinem ersten Eindruck finde ich den schon sehr gut, mal sehen was ich da noch alles sehe.
      Liebe Grüße,
      Rika

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